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10 Gutenberg-Tipps, die deine Arbeit im WordPress-Editor beschleunigen

Der WordPress Block-Editor kann deutlich mehr als die meisten Nutzer ahnen: Slash-Befehle, synchronisierte Muster, Block Patterns und eine Listenansicht, die auch bei langen Seiten noch Ordnung hält. Zehn Griffe, die den Alltag im Editor kürzer machen.

Von Dennis Theis aktualisiert 6 Min. Lesezeit

Laptop mit geöffnetem Code-Editor und Kaffeetasse auf einem Schreibtisch

1. Slash-Befehl: Blöcke ohne Maus einfügen

Tippe in einem leeren Absatz einfach / gefolgt vom Block-Namen. Der Editor zeigt sofort passende Vorschläge, sowohl WordPress-Standard-Blöcke als auch die Custom Blocks deines Themes. Das ist deutlich schneller als der Klick auf das Plus-Symbol.

Profi-Tipp: du musst nicht den vollen Namen tippen. Schon die ersten 2–3 Buchstaben reichen, um den richtigen Block zu finden. Bei professionell entwickelten Themes sind die Custom Blocks sinnvoll benannt, sodass du sie schnell über den Slash-Befehl erreichst.

2. Die wichtigsten Tastenkürzel

Wer die Maus weniger nutzt, arbeitet schneller. Die nützlichsten Shortcuts:

  • Strg + Shift + D: Aktuellen Block duplizieren
  • Strg + Alt + T: Neuen Block über dem aktuellen einfügen
  • Strg + Alt + Y: Neuen Block unter dem aktuellen einfügen
  • Strg + Shift + Z: Wiederherstellen (Redo)
  • Strg + Shift + Alt + T / Y: Block nach oben/unten verschieben
  • Escape: Zur Block-Auswahl wechseln (dann mit Pfeiltasten navigieren)

Alle Shortcuts findest du über Shift + Alt + H oder im Drei-Punkte-Menü oben rechts unter „Tastenkürzel“.

3. Synchronisierte Muster anlegen (früher: wiederverwendbare Blöcke)

Hast du einen Block oder eine Block-Gruppe, die du auf mehreren Seiten brauchst? Markier den Block, klick auf die drei Punkte in der Block-Toolbar und wähl „Muster erstellen“. Entscheidend ist dabei die Option „Synchronisiert“: Nur damit wirkt sich eine Änderung auf alle Einsatzorte aus. Seit WordPress 6.3 heißt das Feature so, vorher liefen dieselben Bausteine unter „wiederverwendbare Blöcke“.

Der Block wird zentral gespeichert. Änder ihn an einer Stelle, ändert er sich auf allen Seiten. Ideal für CTA-Boxen, Kontakt-Blöcke oder wiederkehrende Hinweise.

Wichtig: Wenn du den Block an einer Stelle individuell anpassen möchtest, lös ihn vorher über „Loslösen“ aus der Block-Toolbar.

4. Block Patterns: Fertige Seitenlayouts nutzen

Block Patterns sind vorgefertigte Kombinationen aus mehreren Blöcken. Statt eine Seite Block für Block zusammenzubauen, fügst du ein komplettes Layout ein und passt nur den Inhalt an.

Bei professionell entwickelten Themes erstelle ich Patterns, die exakt zum Design passen, zum Beispiel eine komplette Leistungsseite mit Hero, Textabschnitt, Bildergalerie und CTA. Du findest diese über das Plus-Symbol → Reiter „Patterns“.

Vorteil: Kein Raten, welche Blöcke in welcher Reihenfolge kommen. Das Pattern gibt die Struktur vor, du füllst nur noch den Inhalt ein.

5. Die Sidebar nutzen: Einstellungen pro Block

Jeder Block hat eigene Einstellungen in der rechten Sidebar. Bei Custom Blocks sind diese Optionen gezielt auf den Einsatzzweck zugeschnitten:

  • Theme-Variante: Viele Blöcke bieten Farbvarianten (Hell, Dunkel, Neutral). Ein Klick ändert das gesamte Erscheinungsbild der Section
  • Abstände: Oberen und unteren Abstand zum nächsten Block individuell steuern
  • Bild-Einstellungen: Bildposition, Seitenverhältnis und Fokuspunkt direkt in der Sidebar
  • Sichtbarkeit: Blöcke temporär ausblenden, ohne sie zu löschen

Tipp: Falls die Sidebar nicht sichtbar ist, klick auf das Zahnrad-Symbol oben rechts.

6. Die Listenansicht für Übersicht

Öffne die Listenansicht über das Symbol oben links oder mit Shift + Alt + O. Sie zeigt die komplette Block-Struktur der Seite als Baum, ähnlich einem Inhaltsverzeichnis.

Das ist besonders hilfreich bei längeren Seiten mit vielen Blöcken:

  • Blöcke per Drag & Drop verschieben, viel präziser als im Editor selbst
  • Schnell zu einem bestimmten Block springen, ohne zu scrollen
  • Die Überschriften-Hierarchie der Seite auf einen Blick prüfen
  • Blöcke umbenennen für bessere Übersicht (Rechtsklick → Umbenennen)

7. Markdown-Syntax direkt nutzen

Der Block-Editor versteht grundlegende Markdown-Syntax:

  • ## + Leertaste → Überschrift H2
  • ### + Leertaste → Überschrift H3
  • - oder * + Leertaste → Aufzählung
  • 1. + Leertaste → Nummerierte Liste
  • > + Leertaste → Zitat-Block
  • --- → Horizontale Linie

Das spart viele Klicks, besonders wenn du längere Texte schreibst.

8. Bilder richtig einfügen

Drei Dinge, die beim Einfügen von Bildern oft vergessen werden:

  1. Alt-Text: Beschreib, was auf dem Bild zu sehen ist. Das hilft Suchmaschinen und Menschen mit Sehbehinderung. Nicht „IMG_4521“, sondern „Team bei der Projektbesprechung im Büro“.
  2. Dateigröße: Lade keine 5-MB-Fotos direkt von der Kamera hoch. Komprimier Bilder vorher. Das beeinflusst direkt deine Ladezeit und dein Google-Ranking.
  3. Dateiname: Benenn Bilder vor dem Upload sinnvoll um. team-besprechung-buero.jpg statt DSC_0042.jpg.

9. Versionierung: Ältere Versionen wiederherstellen

WordPress speichert automatisch Revisionen deiner Seiten. Wenn du versehentlich Content gelöscht oder eine Änderung bereut hast: Klick in der Sidebar auf „Revisionen“ (unter „Beitrag“/„Seite“) und stell eine frühere Version wieder her.

Tipp: Nutz den Schieberegler im Revisionen-Bildschirm, um die Änderungen zwischen Versionen visuell zu vergleichen.

10. Kopieren und Einfügen von anderen Seiten

Du kannst Blöcke zwischen Seiten kopieren: Block markieren → Strg + C → andere Seite öffnen → Strg + V. WordPress fügt den Block mit allen Einstellungen ein.

Das funktioniert sogar zwischen verschiedenen WordPress-Installationen. Kopier die Blöcke einfach über den Code-Editor (Drei-Punkte-Menü → „Code-Editor“) als HTML.

Bonus: Warum bei professionellen Themes weniger Blöcke besser sind

Wenn du ein individuell entwickeltes Theme nutzt, wirst du feststellen, dass viele Standard-WordPress-Blöcke (Spalten, Gruppe, Cover, etc.) deaktiviert sind. Das ist Absicht.

Standard-Blöcke sind generisch. Sie können alles ein bisschen, aber nichts richtig gut. Custom Blocks sind dagegen exakt auf dein Design und deine Inhalte zugeschnitten: Ein „MediaText“-Block mit passenden Theme-Varianten und automatischer Bildoptimierung ist besser als ein generischer Spalten-Block, in den du manuell ein Bild und einen Text-Block ziehen musst.

Weniger Auswahl im Editor bedeutet: Weniger Fehlerquellen, konsistenteres Design und schnelleres Arbeiten. Du musst nicht überlegen, wie du etwas baust. Der richtige Block gibt die Struktur vor.


Dennis Theis

Freiberuflicher Webentwickler aus Berlin. Schwerpunkt sind Websites, die an die Systeme angebunden sind, in denen die Daten schon liegen.

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