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Business

Was kostet eine professionelle Website 2026?

Die ehrliche Antwort: Die drei Kategorien unten reichen von 1.000 bis über 50.000 EUR, die allermeisten Projekte landen zwischen 3.000 und 30.000 EUR. Die nutzlose Antwort: „kommt drauf an“. Hier erkläre ich, woher die Preisspanne kommt, welche Faktoren wirklich ins Gewicht fallen und wo du sparen kannst, ohne an der falschen Stelle zu kappen.

Von Dennis Theis · · Zuletzt aktualisiert am · 6 Min. Lesezeit

Taschenrechner und Dokumente auf einem Schreibtisch

Warum die Preisspanne so absurd groß ist

Fragst du drei Dienstleister nach einem Angebot für „eine Website“, bekommst du drei völlig unterschiedliche Zahlen. Das liegt nicht daran, dass jemand überteuert oder zu billig ist, sondern daran, dass „eine Website“ ungefähr so präzise ist wie „ein Auto“. Ein Dacia Sandero und ein Mercedes S-Klasse sind beides Autos. Beides fährt. Aber dazwischen liegen Welten.

Deswegen breche ich die Preisfrage hier auf, nicht mit „kommt drauf an“, sondern mit konkreten Zahlen aus meiner täglichen Arbeit.

Die drei Preiskategorien

1.000–5.000 EUR: Solide Basis

Eine saubere Website mit einer Handvoll Standardbausteine, responsivem Design, Kontaktformular und grundlegender SEO. Ein Seitentyp, vielleicht zwei. Typischerweise auf Basis eines bestehenden Themes, das farblich und inhaltlich angepasst wird. Kein individuelles Design von Grund auf.

Realistisch für: Selbstständige, kleine Unternehmen, Praxen, lokale Dienstleister. Wer wenig Content hat und keine komplexe Funktionalität braucht, ist hier gut aufgehoben.

5.000–15.000 EUR: Professioneller Maßstab

Individuelles Design, durchdachte Informationsarchitektur, SEO-Strategie, Performance-Optimierung und ein CMS, das der Kunde selbst bedienen kann. Eigene Blöcke statt Baukasten, mehrere Seitentypen, Beiträge oder News als eigener Inhaltstyp, dazu Schema-Markup und Analytics-Setup.

Das ist die Preisklasse, in der ich die meisten meiner Projekte abwickle. Der Unterschied zur günstigeren Kategorie ist nicht nur die Optik, sondern die strategische Grundlage: Keyword-Recherche, Core Web Vitals Optimierung, Content-Struktur die Google versteht, und eine Technik die nicht nach 2 Jahren veraltet ist.

15.000–50.000+ EUR: Enterprise & Spezial

Mehrere eigene Inhaltstypen mit Archiven und Filtern, Mehrsprachigkeit, Anbindung an CRM, ERP oder Warenwirtschaft. Umfangreiche Block-Bibliotheken, komplexe Formulare, Mitgliederbereich oder E-Commerce. Hier arbeiten Teams über Monate.

Was den Preis treibt, und was nicht

Der größte Preistreiber ist nicht das Design, das denken viele. Es ist die Funktionalität. Ein Shop mit Warenkorb, Bezahlung und Versandlogik ist eine andere Liga als ein Kontaktformular.

Direkt danach kommt etwas, das in kaum einem Angebot auftaucht: die Anzahl unterschiedlicher Blöcke. Fünf Hero-Varianten sind aufwändiger als zwei, weil jeder Block eine eigene Editor-Oberfläche, eigene Styles und eigene Tests braucht. Ob dieser Block später einmal oder fünfzigmal eingesetzt wird, ändert am Aufwand nichts. Dasselbe gilt für Seitentypen: Startseite, Archiv und Detailansicht sind drei Templates, zehn Leistungsseiten auf demselben Template sind eines.

Und damit zu dem Punkt, bei dem sich die meisten verrechnen: Die Seitenzahl ist kein Preistreiber. Zumindest nicht für die Entwicklung. Wenn die Blöcke einmal stehen, baust du damit zehn Seiten oder hundert, der Entwicklungsaufwand bleibt derselbe. Was mit der Seitenzahl wächst, ist der Content-Aufwand: Texte, Bilder, Struktur, interne Verlinkung. Deshalb ist ein Angebot, das nach Seitenzahl staffelt, fast immer ein Angebot, das den eigentlichen Aufwand nicht kennt. Auf meiner Seite zur Website-Erstellung stehen die Kostentreiber deshalb einzeln aufgeführt, statt in drei Paketen.

Was überraschend wenig Einfluss hat: ob das Design individuell ist oder auf einem Template basiert. Ein gutes Template, professionell angepasst, kostet vielleicht 2.000 EUR weniger als ein Figma-Design von Grund auf, sieht aber für den Besucher oft genauso gut aus. Wo ich nicht sparen würde: bei der Technik. Individuelle Block-Systeme kosten mehr als ein Standard-Theme, halten aber 5 Jahre statt 2.

Und dann der Faktor, den Kunden am meisten unterschätzen: Content. Texte schreiben sich nicht von selbst. Wenn der Kunde die Texte liefert, spart das schnell 2.000–5.000 EUR. Wenn ein SEO-Texter ran muss, geht der Preis hoch, aber die Texte ranken dafür auch bei Google.

Die versteckten Kosten, über die niemand spricht

Der Preis für die Website ist nur der Anfang. Was danach kommt, vergessen viele:

  1. Hosting: 5–50 EUR/Monat je nach Anforderung. Shared Hosting für 3 EUR ist für professionelle Websites keine Option. Das ist einer der häufigsten Fehler.
  2. Domain: 10–15 EUR/Jahr. Vernachlässigbar, aber vergiss die Verlängerung nicht.
  3. Wartung: WordPress braucht wöchentliche Updates, Sicherheits-Monitoring und Backups. Wer das nicht macht, riskiert einen Hack. Professionelle Wartung kostet ab 79 EUR/Monat.
  4. Content-Pflege: Eine Website, die sich nach dem Launch nicht mehr ändert, verliert bei Google an Sichtbarkeit. Plan Budget für regelmäßige Aktualisierungen ein.
  5. Plugin-Lizenzen: Premium-Plugins kosten 50–200 EUR/Jahr pro Lizenz. Bei 5 Plugins läppern sich 500+ EUR jährlich.

Wo du sparen kannst, und wo nicht

Hier sparen ist okay

Stockfotos statt Fotoshooting: Bei Leistungsseiten und Blog-Artikeln reichen gute Stockfotos. Das Geld fürs Shooting investierst du besser in Team- und Portraitfotos, die müssen echt sein.

Weniger Seiten, dafür bessere: 8 richtig gute Seiten schlagen 30 mittelmäßige. Google bewertet Qualität pro Seite, nicht die Gesamtanzahl.

Hier sparen ist teuer

Kein SEO: Wer bei der Suchmaschinenoptimierung spart, baut eine Website die niemand findet. Dann war das ganze Geld umsonst. SEO muss von Anfang an mitgedacht werden, nicht als Add-on danach.

Kein Wartungsbudget: Eine ungepflegte WordPress-Website ist nach 6–12 Monaten ein Sicherheitsrisiko. Die Bereinigung nach einem Hack kostet mehr als ein ganzes Jahr Wartung.

Freelancer, Agentur oder Baukasten?

Squarespace und Wix kosten 15–40 EUR/Monat und sind in einer Stunde eingerichtet. Für ein Vereinsprojekt oder einen persönlichen Blog ist das völlig ausreichend. Für ein Unternehmen, das über Google Kunden gewinnen will, reicht es nicht: keine Custom-Entwicklung, eingeschränktes SEO, Abhängigkeit von der Plattform.

Agentur vs. Freelancer ist weniger eine Frage der Qualität als des Overheads. Eine Agentur hat Projektmanagement, Account-Management und Office-Kosten, die sich im Preis widerspiegeln. Ein spezialisierter Freelancer liefert technisch das gleiche Ergebnis, mit kürzeren Kommunikationswegen und ohne den Agentur-Aufschlag. Dafür trägst du das Risiko, dass eine Einzelperson krank werden kann. Beides hat seine Berechtigung. Agenturen, die technische Umsetzung auslagern möchten, finden in einem festen Entwicklungspartner eine flexible Lösung ohne eigene Festanstellung.

Meine ehrliche Empfehlung

Definier zuerst, was die Website für dein Geschäft leisten soll. Nicht „eine schöne Website“, sondern: „10 qualifizierte Anfragen pro Monat über Google“ oder „unser Vertrieb braucht eine Landingpage für die neue Dienstleistung“. Wenn das Ziel klar ist, lässt sich der Umfang, und damit der Preis, realistisch einschätzen.

Und: Frag nach den laufenden Kosten, bevor du den Vertrag unterschreibst. Die günstigste Website im Angebot ist nicht die günstigste Website im Betrieb.


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