Die 7 häufigsten WordPress-Fehler, und wie du sie vermeidest
In über 10 Jahren WordPress-Entwicklung sehe ich dieselben Fehler immer wieder. Manche kosten nur Performance, andere können die komplette Website lahmlegen. Hier sind die Top 7, und wie du es besser machst.
1. Keine Backups, oder Backups die nie getestet werden
Der häufigste und gefährlichste Fehler. Viele Website-Betreiber gehen davon aus, dass ihr Hosting-Anbieter Backups macht. Das stimmt oft, aber:
- Hosting-Backups sind selten täglich
- Die Aufbewahrungsdauer ist oft nur 7 Tage
- Wiederherstellung dauert Stunden oder Tage (Support-Ticket nötig)
- Manche Hoster sichern nur die Datenbank, nicht die Dateien
Besser: Ein eigenes Backup-Plugin (z.B. UpdraftPlus) mit täglichen Backups auf einen externen Speicher (Google Drive, Dropbox, S3). Und: Mindestens einmal im Quartal testen, ob die Wiederherstellung funktioniert. Falls deine Website bereits gehackt wurde: Soforthilfe bei Malware-Bereinigung.
2. Zu viele Plugins
Die WordPress-Plugin-Bibliothek hat über 60.000 Plugins. Das heißt nicht, dass du 40 davon brauchst. Jedes Plugin:
- Lädt eigenes CSS und JavaScript (langsamer)
- Erhöht die Angriffsfläche (Sicherheitsrisiko)
- Kann bei Updates mit anderen Plugins kollidieren
- Muss gewartet und aktualisiert werden
Faustregel: Weniger als 20 aktive Plugins sind ein gutes Ziel. Prüf regelmäßig: Brauche ich dieses Plugin wirklich? Gibt es eine leichtere Alternative? Kann das Theme diese Funktion übernehmen?
Bei individuell entwickelten Themes sind viele Plugin-Funktionen bereits im Theme integriert, schneller, sicherer und ohne zusätzliche Abhängigkeiten.
3. Updates ignorieren oder planlos einspielen
Beide Extreme sind problematisch. Wer Updates monatelang ignoriert, riskiert Sicherheitslücken. Wer blind auf „Alle aktualisieren“ klickt, riskiert, dass die Website danach nicht mehr funktioniert. Wie sich beides gleichzeitig vermeiden lässt, steht ausführlich in WordPress-Updates sicher ausrollen.
Besser: Ein strukturierter Update-Prozess:
- Backup erstellen
- Updates auf einer Staging-Umgebung testen
- Wenn alles funktioniert: auf der Live-Seite einspielen
- Kurzer Funktionstest auf der Live-Seite
Klingt aufwändig? Ist es. Deshalb übernehme ich das in meinen Wartungspaketen.
4. Schlechtes Hosting
Shared Hosting für 3 €/Monat bedeutet: Deine Website teilt sich einen Server mit hunderten anderen Websites. Wenn eine davon Traffic-Spitzen hat oder gehackt wird, leidet deine Performance mit.
Anzeichen für schlechtes Hosting:
- Ladezeiten über 3 Sekunden (auch ohne große Bilder)
- Regelmäßige Ausfälle oder „503 Service Unavailable“-Fehler
- Alte PHP-Version (unter 8.0)
- Kein SSL-Zertifikat inklusive
- Support antwortet erst nach Tagen
Besser: Managed WordPress-Hosting (ab ~15 €/Monat) mit SSD-Speicher, aktuellem PHP, automatischen Backups und schnellem Support.
5. Kein SSL-Zertifikat (HTTPS)
Immer noch sehe ich Websites ohne HTTPS. Das bedeutet:
- Browser zeigen „Nicht sicher“ in der Adressleiste. Vertrauenskiller
- Google wertet HTTPS als Ranking-Faktor. Ohne HTTPS verlierst du Sichtbarkeit
- Formulardaten werden unverschlüsselt übertragen. DSGVO-Problem
Lösung: Die meisten Hoster bieten kostenlose SSL-Zertifikate (Let’s Encrypt). Einmal einrichten, läuft automatisch.
6. Keine mobile Optimierung
Rund 60% aller Website-Besuche kommen von Mobilgeräten, Smartphones und Tablets zusammen gerechnet. Und Google bewertet längst die Mobile-Version: Der Umstieg auf Mobile-First Indexing begann 2016, war im Oktober 2023 für alle Seiten abgeschlossen, und seit dem 5. Juli 2024 crawlt Google ausschließlich mit dem Smartphone-Agent. Wenn deine Seite auf dem Smartphone schlecht aussieht, verlierst du Rankings, auch auf Desktop.
Quick Check: Öffne deine Website auf dem Smartphone. Kannst du alles lesen, ohne zu zoomen? Sind die Buttons groß genug zum Antippen (mindestens 44×44 Pixel)? Gibt es horizontales Scrollen? Falls ja bei einer dieser Fragen: Handlungsbedarf.
7. Keinen Wartungsplan
Der größte Fehler ist kein technischer. Es ist ein organisatorischer. Eine Website ohne regelmäßige Wartung ist wie ein Auto ohne Inspektion: Es fährt, bis es das nicht mehr tut. Und dann wird es teuer.
Ein minimaler Wartungsplan umfasst:
- Wöchentlich: Plugin- und Theme-Updates (mit Staging-Test)
- Täglich: Automatische Backups
- Monatlich: Content-Check und Funktionstest
- Quartalsweise: Sicherheits-Audit, Performance-Check, Backup-Test
Welchen dieser Fehler machst du gerade?
Sei ehrlich, mindestens einer davon trifft wahrscheinlich zu. Bei den meisten neuen Wartungskunden finde ich 3–4 dieser Punkte. Das ist kein Vorwurf, das ist Alltag. Für die Content-Pflege bist du als Betreiber zuständig. Für die technische Seite gibt es professionelle Wartung.
Quellen
- Google Search Central: Mobile-first indexing has landed (Abschluss der Umstellung, Oktober 2023)
- StatCounter: Desktop vs Mobile vs Tablet Market Share (Anteil mobiler Zugriffe)
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