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Tipps & Tricks

Die 7 häufigsten WordPress-Fehler, und wie Sie sie vermeiden

In über 10 Jahren WordPress-Entwicklung sehen wir dieselben Fehler immer wieder. Manche kosten nur Performance, andere können die komplette Website lahmlegen. Hier sind die Top 7, und wie Sie es besser machen.

Von Dennis Theis · · 6 Min. Lesezeit

Hand hält Smartphone vor einem unscharfen Hintergrund mit Lichtern

1. Keine Backups, oder Backups die nie getestet werden

Der häufigste und gefährlichste Fehler. Viele Website-Betreiber gehen davon aus, dass ihr Hosting-Anbieter Backups macht. Das stimmt oft, aber:

  • Hosting-Backups sind selten täglich
  • Die Aufbewahrungsdauer ist oft nur 7 Tage
  • Wiederherstellung dauert Stunden oder Tage (Support-Ticket nötig)
  • Manche Hoster sichern nur die Datenbank, nicht die Dateien

Besser: Ein eigenes Backup-Plugin (z.B. UpdraftPlus) mit täglichen Backups auf einen externen Speicher (Google Drive, Dropbox, S3). Und: Mindestens einmal im Quartal testen, ob die Wiederherstellung funktioniert. Falls Ihre Website bereits gehackt wurde: Soforthilfe bei Malware-Bereinigung.

2. Zu viele Plugins

Die WordPress-Plugin-Bibliothek hat über 60.000 Plugins. Das heißt nicht, dass Sie 40 davon brauchen. Jedes Plugin:

  • Lädt eigenes CSS und JavaScript (langsamer)
  • Erhöht die Angriffsfläche (Sicherheitsrisiko)
  • Kann bei Updates mit anderen Plugins kollidieren
  • Muss gewartet und aktualisiert werden

Faustregel: Weniger als 20 aktive Plugins sind ein gutes Ziel. Prüfen Sie regelmäßig: Brauche ich dieses Plugin wirklich? Gibt es eine leichtere Alternative? Kann das Theme diese Funktion übernehmen?

Bei individuell entwickelten Themes sind viele Plugin-Funktionen bereits im Theme integriert, schneller, sicherer und ohne zusätzliche Abhängigkeiten.

3. Updates ignorieren oder planlos einspielen

Beide Extreme sind problematisch. Wer Updates monatelang ignoriert, riskiert Sicherheitslücken. Wer blind auf „Alle aktualisieren“ klickt, riskiert, dass die Website danach nicht mehr funktioniert.

Besser: Ein strukturierter Update-Prozess:

  1. Backup erstellen
  2. Updates auf einer Staging-Umgebung testen
  3. Wenn alles funktioniert: auf der Live-Seite einspielen
  4. Kurzer Funktionstest auf der Live-Seite

Klingt aufwändig? Ist es. Deshalb übernehmen wir das in unseren Wartungspaketen.

4. Schlechtes Hosting

Shared Hosting für 3 €/Monat bedeutet: Ihre Website teilt sich einen Server mit hunderten anderen Websites. Wenn eine davon Traffic-Spitzen hat oder gehackt wird, leidet Ihre Performance mit.

Anzeichen für schlechtes Hosting:

  • Ladezeiten über 3 Sekunden (auch ohne große Bilder)
  • Regelmäßige Ausfälle oder „503 Service Unavailable“-Fehler
  • Alte PHP-Version (unter 8.0)
  • Kein SSL-Zertifikat inklusive
  • Support antwortet erst nach Tagen

Besser: Managed WordPress-Hosting (ab ~15 €/Monat) mit SSD-Speicher, aktuellem PHP, automatischen Backups und schnellem Support.

5. Kein SSL-Zertifikat (HTTPS)

Immer noch sehen wir Websites ohne HTTPS. Das bedeutet:

  • Browser zeigen „Nicht sicher“ in der Adressleiste. Vertrauenskiller
  • Google wertet HTTPS als Ranking-Faktor. Ohne HTTPS verlieren Sie Sichtbarkeit
  • Formulardaten werden unverschlüsselt übertragen. DSGVO-Problem

Lösung: Die meisten Hoster bieten kostenlose SSL-Zertifikate (Let’s Encrypt). Einmal einrichten, läuft automatisch.

6. Keine mobile Optimierung

Über 60% aller Website-Besuche kommen von Mobilgeräten. Google indexiert seit 2019 ausschließlich die Mobile-Version Ihrer Website (Mobile-First Indexing). Wenn Ihre Seite auf dem Smartphone schlecht aussieht, verlieren Sie Rankings, auch auf Desktop.

Quick Check: Öffnen Sie Ihre Website auf dem Smartphone. Können Sie alles lesen, ohne zu zoomen? Sind die Buttons groß genug zum Antippen (mindestens 44×44 Pixel)? Gibt es horizontales Scrollen? Falls ja bei einer dieser Fragen: Handlungsbedarf.

7. Keinen Wartungsplan

Der größte Fehler ist kein technischer. Es ist ein organisatorischer. Eine Website ohne regelmäßige Wartung ist wie ein Auto ohne Inspektion: Es fährt, bis es das nicht mehr tut. Und dann wird es teuer.

Ein minimaler Wartungsplan umfasst:

  • Wöchentlich: Plugin- und Theme-Updates (mit Staging-Test)
  • Täglich: Automatische Backups
  • Monatlich: Content-Check und Funktionstest
  • Quartalsweise: Sicherheits-Audit, Performance-Check, Backup-Test

Welchen dieser Fehler machen Sie gerade?

Seien Sie ehrlich, mindestens einer davon trifft wahrscheinlich zu. Bei den meisten neuen Wartungskunden finde ich 3–4 dieser Punkte. Das ist kein Vorwurf, das ist Alltag. Für die Content-Pflege sind Sie als Betreiber zuständig. Für die technische Seite gibt es professionelle Wartung.